Umwelt
Umwelt und Natur gehen heute schon eine Symbiose in Karben ein. Unsere Stadt kann sich mit ihrer bevorzugten Lage am südlichen Rand der Wetterau und mit dem Flusslauf der Nidda in ihrer Mitte zu Recht mit dem Attribut „Karben - Stadt im Grünen“ schmücken. Dennoch bestehen auch hier nach Auffassung der FW Karben die Notwendigkeiten, durch gezielte Maßnahmen den Einklang von urbanen Siedlungsgebieten mit stadtnaher Natur und Umweltschutz weiter zu entwickeln. So ist es generell notwendig, bei städtischen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen möglichst energieeffiziente Lösungen zu wählen, um die Energiekosten zu minimieren. Schon in den letzten Jahren wurden in Karben mit Unterstützung der FW Karben viele energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Aber beim Hallenbad, den Sporthallen und Bürgerhäusern besteht noch großer Handlungsbedarf.
Darüber hinaus gilt es für die FW Karben gezielt in den nächsten Jahren folgende Projekte zu realisieren:
Renaturierung der Nidda und der Niddaauen
Die Nidda, die von Norden nach Süden durch Karben fließt, wurde in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Kanal ausgebaut und hat dadurch den natürlichen Charakter einer Flusslandschaft verloren. Erst in neuerer Zeit begann man sukzessive den Fluss zu renaturieren. So wurde bereits das Gebiet um den sog. Einsiedel zwischen Burg-Gräfenrode und Nieder-Wöllstadt erfolgreich umgestaltet.
Die FW Karben setzt sich dafür ein, dass die Nidda zwischen Klein-Karben und der Gemarkungsgrenze nach Gronau renaturiert wird und dadurch die bestehende Renaturierungsfläche in Gronau nach Norden erweitert wird. Außerdem ist zu prüfen, ob auch in den Bereichen von Groß-Karben und Okarben die Uferbereiche links und rechts der Nidda durch kleinere Maßnahmen (Seitentaschen und kleine Buchten) im Rahmen der finanziellen städtischen Möglichkeiten so umgestaltet werden können, dass abschnittsweise der Charakter eines Auwaldes entstehen kann.
Stadtwald
Der Stadtwald, aber auch die Karbener Waldflächen außerhalb der Gemarkungsgrenzen, sind im Lauf der Jahre nach Meinung der FW Karben in einen naturnahen Mischwald umzugestalten. Ältere Teile sind bei entsprechendem Baumbestand in einen naturbelassenen Ökowald umzuwandeln. Neben den ökologischen Vorteilen für Tiere und Pflanzen rechnet sich dies auch für die Karbener Finanzen, da die hierdurch erlangten Ökopunkte das Ökokonto der Stadt aufwerten.
Naturschutzgebiete, Biotope, Streuobstwiesen
Die vorhandenen Naturschutzgebiete sind im Umfang der finanziellen Möglichkeiten zu erweitern und mit den vorhandenen Biotopen (z.B.: Heitzhöfer Bach, Pfingstweide bei Kloppenheim, Gebiet um den Ludwigsbrunnen in Groß Karben) und Streuobstwiesen zu einem ökologischen Netzwerk zu verbinden.
Um die Kosten für die Stadt zu reduzieren, ist es in diesem Bereich erforderlich, dass die Naturschutzverbände, die Vereine (z.B.: Pfadfinder, Angler, Naturfreunde) und engagierte Bürger aktiv bei der Erhaltung und Pflege der Flächen mitwirken. Durch Vergabe von Patenschaften für explizit ausgewiesene Flächen an ehrenamtliche Initiativen würden sich dann Bürger und Organisationen direkt und konkret in die Realisierung der Vorhaben einbringen können.
Windkraftanlagen
Bekanntlich ist Karben mit den gebauten vier Windkraftanlagen ein Vorreiter bei der Gewinnung von Windenergie in der südlichen Wetterau. Eine weitere optische „Verspargelung“ unserer Landschaft hält die FW Karben aber nicht für verantwortbar. Hinzu kommt, dass die Karbener Gemarkung aufgrund der Windverhältnisse keinen optimalen Standort für solche Anlagen bietet. Der Einsatz von Windkraftanlagen soll deshalb auf die Vorrangfläche südlich der L 3205 begrenzt bleiben.
Biogasanlage
Im Rahmen der Suche nach alternativen Energiequellen gewinnen auch die nachwachsenden Rohstoffe immer mehr an Bedeutung. Hierbei spielen Biogasanlagen im Verbund der ökologischen Energiegewinnungsmöglichkeiten aus nachwachsenden Rohstoffen eine immer größere Rolle. Hierbei wird mit verschiedenen Verfahren aus der kontrollierten Vergärung von Biomasse Biogas gewonnen.
Unter der Bedingung, dass durch den Vergärungsprozess keine Geruchsbelästigungen in der Nachbarschaft der Biogasanlage auftreten sowie keine größere zusätzliche Verkehrsbelastung durch die Anfahrt der Grün- und Biomasse entstehen, wird der Bau einer solchen Anlage in der Karbener Gemarkung von der FW Karben unterstützt. Hierdurch wird der heimischen Landwirtschaft ein Ausgleich für den weggebrochenen Zuckerrübenanbau ermöglicht und gleichzeitig die umweltgerechte Energiegewinnung gefördert. Aus ethischen Gründen soll aber darauf geachtet werden, dass keine Lebensmittel in Biogas verwandelt werden. Es sind die Verarbeitungstechniken zu bevorzugen, die überwiegend anfallende Grünmasse, Futterpflanzen, Gülle sowie Geflügel- und Pferdemist verarbeiten.
Bürgersolaranlagen
Im Rahmen eines ausgewogenen Energiemixes wird durch die FW Karben auch die Erzeugung von elektrischer Energie durch Bürgersolaranlagen auf geeigneten Dachflächen der Kommune befürwortet. Obwohl die FW Karben dieses Vorhaben schon vor 2 Jahren mit auf den Weg gebracht hatte, wurden von den verantwortlichen Magistratsmitgliedern der SPD und der Grünen keinerlei Anstrengungen unternommen, diesen Beschluss umzusetzen. Dabei stellen Bürgersolaranlagen sowohl für die Umwelt als auch die beteiligten Bürger eine klassische Win-win-Situation dar. Die Bürger können Anteile an den Anlagen erwerben und werden dadurch an den Erlösen partizipieren, die bei der Einspeisung der elektrischen Energie in das öffentliche Netz entstehen. Gleichzeitig wird die Umwelt durch die kohlendioxidfreie Energiegewinnung entlastet.
Ausbau der Main-Weser-Bahn (3. und 4. Gleis)
Die FW Karben unterstützt eindeutig die Planungen für den 4-gleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn sowohl auf dem Streckenabschnitt Frankfurt – Bad Vilbel als auch auf dem Abschnitt Bad Vilbel – Friedberg. Durch diese Maßnahmen wird insbesondere die Attraktivität des ÖPNV weiter erhöht. Dies ist notwendig, damit noch mehr Bürger auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen und dadurch sowohl die Straßen entlasten als auch die Energiebilanz verbessern. Allerdings ist bei der Realisierung des Ausbaus im Raum Karben darauf zu achten, dass die Interessen der betroffenen Bürger insbesondere im Ortsteil Okarben angemessen berücksichtigt werden.
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Einladung zum öffentlichen Vortrag : Barrierefreiheit und Mobilität in Karben. Ein Vortrag von |
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